Soundpixel Aura calculata ist ein System von autonomen Einzelektroniken, den sogenannten 'Soundpixeln' [SP]. Diese eigens für aura calculata konzipierten kreisrunden Elektroniken können zwei Zustände annehmen: Bei Aktivität leuchtet ein SP und spielt einen Ton; ist der SP inaktiv bleibt er stumm und dunkel. Bei der Lautsprecherversion wird der Sinuston über einen integrierten Funktionsgenerator erzeugt. Bei der Orgelversion wird ein Tonmagnet geschaltet, der die Luftzufuhr zur zugehörigen Orgelpfeife reguliert.
Steuerung Zentral über eine Steuereinheit werden lediglich wichtige Parameter, wie die jeweilige Nachbarschaftsregel und das Taktsignal, wann die Regel ausgeführt werden soll, übertragen. Erhält ein SP ein Taktsignal, dann wertet dieser die Zustände seiner Nachbarn aus und kalkuliert daraus den eigenen nächsten Zustand.
Zustände Der Verlauf der Aktivität kann ein Soundpixel auf unterschiedliche Weise ausdrücken: Das Verändern der Höhe des Sinustons, die Veränderung des Wasserspiegels durch Zu- und Ablauf, aber auch die Farbigkeit einer Leuchtdiode.

Klang- & Leuchtkörper Für die Sinustonvariante wurde vom Künstler eigens zylindrische Lautsprecherskulpturen aus transluzentem Acrylglas entworfen, die gleichzeitig als Leuchtkörper fungieren. Aus durchsichtigem Acrylglas und Metallelementen hat Roth hingegen eine Orgelskulptur gestaltet, die sich minimalistisch auf das technisch Notwendige konzentriert und das komplette Wasser- und Luftsystem transparent werden lässt. Die um das zentrale Wasserreservoir kreisförmig angeordneten Orgelpfeifen sind an einer Gerüststruktur aus Acrylglasrohren und metallenen Halbschellen befestigt.
Menage á 2, 3 oder 4 Die Nachbarschaft wird durch die direkte Verkabelung der SP untereinander festgelegt. Üblicherweise werden die SP jeweils mit zwei Nachbarn zu einem kreisförmigen Arrangement verknüpft. Prinzipiell verfügt ein SP über vier Verbindungen, so dass er mit bis zu vier Nachbarn verknüpft werden kann.
![]()
Wind & Wasser Die Wasserorgel mit ihrem Wasser- und Windsystem hat Tim Otto Roth mit seinem Team in seinem Schwarzwälder Atelier realisiert. Das Timbre der Pfeife variiert mit dem Wasserfüllstand. Dieser verändert sich in Abhängigkeit von den Öffnungsintervallen der Zu- und Ablaufventile sowie durch den Druck der Wassersäulen im jeweiligen Pfeifenkörper und im Wasserreservoir. Damit verändert sich das Gesamtsystem in Abhängigkeit von der Aktivität bzw. Inaktivität aller Pfeifen.
Orgelbau & Bestton Die Pfeifen bauten und intonierten die Waldkircher Orgelbauer Jäger & Brommer, die eine Besonderheit entdeckten: Gemeinhin werden Orgelpfeifen auf eine für ihre Mensur abgestimmten sogenannten Bestton intoniert mit einem balancierten Verhältnis von einem gesättigten Grundton und den jeweiligen Obertönen. Diese Pfeifen mit variablem Volumen konnten aber derart intoniert werden, dass bei zwei bestimmten Wasserspiegeln jeweils ein Idealton gespielt wird.

Mikroprozessor: Atmega 328
Steuerung: manuelle Schalter und Taster (Arduino) oder Touchdisplay (RPI)
Stromversorgung: 24V